Auf einem steilen Felsen, von dem sich der grenzenlose Blick auf den Sevan-See eröffnet, steht die Kirche von Hayravank – schlicht und doch erhaben in ihrer Bescheidenheit. Das genaue Baujahr ist im Nebel der Geschichte verloren, doch architektonische Merkmale deuten auf das 9. Jahrhundert hin. Errichtet aus grob behauenen Steinen und ohne überflüssigen Schmuck, strahlt sie gerade durch ihre strenge Schlichtheit besondere Kraft und Würde aus. Die Steine scheinen nicht nur die Spuren alter Meisterhände zu tragen, sondern auch den Atem der Winde, die den Duft des Sees und der Bergkräuter mit sich führen.
Vom Eingang her mischt sich das Rauschen der Wellen mit dem uralten Echo von Gebeten und Glockenklang. Hayravank verschmilzt mit seiner Umgebung und wacht wie ein Hüter über die Gewässer und die Ruhe der Ufer.
Legenden berichten von Pilgern, die hier Schutz und Segen suchten, bevor sie weite Reisen antraten. Noch heute empfängt die Kirche Besucher mit einer Atmosphäre stiller Einkehr, in der Vergangenheit und Gegenwart am Rand der Klippen zusammentreffen – unterbrochen nur vom Flüstern des Windes und dem Plätschern des Wassers.