Am Rande einer tiefen Schlucht, im Dorf Artsvanist der Region Gegharkunik, liegt das Kloster Vanevan – ein uraltes Heiligtum, das bereits im 10. Jahrhundert gegründet wurde. Sein Herzstück bildet die Kirche des Heiligen Gregor des Erleuchters, die 903 von Fürst Shapuh Bagratuni, dem Bruder des armenischen Königs Smbat Bagratuni, errichtet wurde. Wenige Jahre später, im Jahr 914, wurde König Smbat selbst hier bestattet, was dem Kloster eine besondere historische Bedeutung verlieh.
Am Bau des Komplexes war auch ihre Schwester Mariam beteiligt, deren Name in den Überlieferungen zusammen mit Vanevan erhalten geblieben ist. Rechts der Hauptkirche erhebt sich eine weitere, später erbaute Kirche mit einem Gawit, deren strenge Linien das Ensemble ergänzten. Die Steinmauern des Klosters fügen sich harmonisch in die raue Berglandschaft ein, als ob die Natur selbst dieses Heiligtum bewachen würde.
In der Nähe befinden sich eine Quelle und eine kleine Höhle sowie die einzigartige zyklopische Kirche von Bruti. All dies schafft eine besondere architektonische und geistige Landschaft, die den Besucher direkt ins mittelalterliche Armenien versetzt. Ein Besuch in Vanevan ist nicht nur eine Begegnung mit alter Architektur, sondern auch eine Reise in die Geschichte der Bagratuni-Dynastie, die tiefe Spuren im Schicksal des Landes hinterlassen hat.