Am Fuß des Berges Musa, am Ufer des Mittelmeers, lagen einst sechs armenische Dörfer, deren Bewohner im Schicksalsjahr 1915 einer tödlichen Bedrohung gegenüberstanden. Um den osmanischen Truppen zu entkommen, zogen sie sich auf den Gipfel des Berges zurück und verteidigten sich vierzig Tage lang heroisch – ein Symbol unerschütterlichen Willens und Mutes. Ihre Geschichte ist nicht nur ein Bericht des Überlebenskampfes, sondern ein Zeugnis für die geistige Stärke eines Volkes, das selbst durch Tragödien nicht gebrochen werden konnte.
Weltweite Bekanntheit erlangten diese Ereignisse durch den Roman "Die vierzig Tage des Musa Dagh" des österreichischen Schriftstellers Franz Werfel, der den Mut der Verteidiger unsterblich machte. Nach langen Jahren der Prüfungen fanden die Überlebenden 1947 in Ostarmenien eine neue Heimat und gründeten das Dorf Musa Ler. Dort gelang es ihnen, ihre Traditionen zu bewahren und das Andenken an ihre Vorfahren lebendig zu halten, ohne die Verbindung zur Heimat zu verlieren.
1976 wurde im Dorf ein Denkmal errichtet – ein ewiges Symbol für jene, die den Kampf der Unterwerfung vorzogen. Heute ist Musa Ler weit mehr als ein Ortsname: Es ist eine lebendige Legende, die jeder Generation den wahren Wert von Standhaftigkeit, Selbstaufopferung und Heimatliebe vor Augen führt.