Dort, wo sich die ungestüme Kura mit dem sanften Lauf des Aragvi vereint, liegt Mtskheta – die erste christliche Hauptstadt Georgiens und Wiege seiner geistigen Geschichte.
Der Überlieferung nach wurde die Stadt von Mtskhetos, dem Sohn des mythischen Stammvaters Kartlos, gegründet. Seitdem ist ihr Schicksal eng mit dem des Landes verwoben. Hierher kam die heilige Nino, die dem Blutbad an den "Ripsimeischen" Märtyrerinnen entkam, um den Menschen das Licht des neuen Glaubens zu bringen. Ihre Gebete und Wunder – die Heilung des Königssohnes und später der Königin Nana – überzeugten König Mirian, das Christentum anzunehmen. Auf ihren Rat ließ er im 4. Jahrhundert eine bescheidene Holzkirche errichten. Jahrhunderte später ersetzte König Vachtang I. Gorgassali sie durch eine stattliche Basilika aus Stein. Nach deren Zerstörung im 11. Jahrhundert erhob sich an gleicher Stelle die prächtige Swetizchoweli-Kathedrale – die "Lebenspendende Säule" –, die für immer in die geistige Chronik des Landes einging.
Daneben steht das Kloster Samtawro, geschaffen nach dem Willen König Mirians und unter Georg I. umgestaltet.
Heute ist Mtskheta nicht nur ein historisches Monument, sondern ein lebendiges Gebet, in dem der Hauch alter Mauern mit dem Puls der Gegenwart verschmilzt.