Unter den frühchristlichen Denkmälern Armeniens nimmt die Basilika von Yereruyk einen besonderen Platz ein – eine majestätische Basilika aus dem 5. Jahrhundert, die auch heute noch mit der Strenge ihrer Formen und der Harmonie ihrer Linien beeindruckt. Sie erhebt sich nahe dem Ufer des Akhuryan, im Dorf Anipemza, wie ein steinerner Wächter, der die Erinnerung an die ersten Jahrhunderte des Christentums bewahrt.
Yereruyk ist eine klassische dreischiffige Basilika, die später zum Vorbild vieler weiterer Bauten wurde. Ihre gewaltigen Ruinen, die Jahrtausende überdauert haben, lassen erahnen, welche Größe der Tempel einst in seiner Blütezeit besaß. Jede Säule, jeder Mauerstein trägt die Handschrift der Baumeister, die die Grundlagen der armenischen Bautradition legten.
Für Forscher bleibt Yereruyk ein Schlüssel zum Verständnis der Entstehung und Entwicklung der christlichen Architektur in Armenien, während er für Pilger und Besucher ein Ort ist, an dem man den Ursprüngen der geistigen Kultur begegnet. An klaren Tagen erscheint seine Silhouette besonders majestätisch vor der Weite der Akhuryan-Ebene. Die Atmosphäre ist von Stille und Ewigkeit durchdrungen – als ob die Zeit selbst langsamer würde, um Gebet und Betrachtung Raum zu geben. Yereruyk ist nicht nur die Ruine einer alten Kirche, sondern ein Symbol für den Beginn des großen Weges der armenischen Baukunst.