Die Kirche von Sisavan ist eines der eindrucksvollsten Denkmäler der frühen armenischen Architektur und hat ihre architektonische Würde über Jahrhunderte bewahrt. Laut den alten Inschriften an ihren Wänden wurde der Bau im 7. Jahrhundert errichtet und steht seither als stiller Zeuge der Ereignisse, die das Land geprägt haben.
Aus massiven Steinblöcken erbaut, hat sie nahezu unverändert die Jahrhunderte überdauert – ohne größere Umbauten – und ist daher für Historiker und Forscher von unschätzbarem Wert. Strenge Linien und ausgewogene Proportionen, die Harmonie zwischen Außen- und Innenraum, zeugen vom hohen Können der Baumeister, die ein Bauwerk erschufen, das seiner Zeit weit voraus war. Im Inneren herrscht eine feierliche Stille: Durch die schmalen Fenster fällt sanftes Licht, das über die Steinwände gleitet und eine Atmosphäre geistiger Einkehr schafft. Die erhaltenen Inschriften wirken wie Stimmen der Vorfahren, die von jenen berichten, die die Kirche errichteten und hier vor Jahrhunderten beteten.
Besonders eindrucksvoll ist auch, wie harmonisch Sisavan mit der umgebenden Landschaft verschmilzt und so Teil von Natur und Geschichte wird. Ein Besuch dieser Kirche gleicht einer Berührung mit den Ursprüngen der armenischen Sakralarchitektur, wo jedes Detail den Atem der Zeit in sich trägt.