Unweit der Stadt Talin erhebt sich die mächtige Festung Dashtadem über dem gleichnamigen Dorf – wie ein steinerner Hüter der Jahrhunderte. Diese Burg gehört zu den größten Denkmälern des mittelalterlichen Armeniens und wurde ursprünglich errichtet, um die fruchtbare Ararat-Ebene vor feindlichen Einfällen zu schützen. Ihre Fundamente reichen bis in die urartäische Zeit zurück, während die erste Zitadelle von der mächtigen Kamsarakan-Dynastie errichtet wurde, deren Bauwerke tiefe Spuren in der Region hinterließen.
Die Geschichte von Dashtadem ist geprägt von wechselnden Herrschern und Epochen. Nach dem Fall der Bagratiden kam Armenien unter seldschukische Herrschaft, und Ende des 12. Jahrhunderts ließ der letzte Herrscher von Ani – Sultan ibn Mahmud – polygonale und halbkreisförmige Bastionen errichten, von denen eine eine arabische Inschrift trägt. Bald darauf verstärkten die Zakarian-Fürsten die Festung mit neuen Mauern und Rundtürmen und errichteten im Norden eine monumentale Kirche, die die geistige Bedeutung des Ortes unterstrich.
Im 19. Jahrhundert begann eine neue Epoche, als Hussein Khan, der Herrscher von Jerewan, mächtige Basaltmauern mit acht Ecktürmen errichten ließ. Damals wurde Dashtadem zur größten Festung Armeniens – zum Sinnbild der Stärke und Beständigkeit des Volkes.
Heute steht die Festung Dashtadem als lebendiges Zeugnis jahrhundertelanger Kämpfe, kulturellen Erbes und architektonischer Meisterschaft. Ihre Mauern, gezeichnet von urartäischen, armenischen, arabischen und persischen Baumeistern, erzählen von Armeniens unermüdlichem Ringen um Land und Glauben.