Im Zaubertal von Kotayk, wo Felsen lange Schatten auf die Hügel werfen, erhebt sich das Kloster der Heiligen Gottesmutter von Bjni – gegründet im Jahr 1031, ein Heiligtum, das bis heute den Atem der Jahrhunderte trägt. Seine Hauptkirche wurde von Grigor Magistros Pahlavuni, einem Staatsmann, Gelehrten und Visionär, errichtet. Sie sollte nicht nur Bischofssitz sein, sondern auch ein Leuchtturm des geistlichen und politischen Lebens Armeniens. Im Mittelalter erblühte Bjni zu dem, was Chronisten das "Seminar des Magistros" nannten – eine Festung des Wissens, wo Handschriften ehrfürchtig kopiert, neue Werke geschaffen und Ideen geboren wurden, die die Seele der Nation nährten.
Auch fremde Reisende waren beeindruckt: 1637 beschrieb der Franzose Jean Chardin das Kloster voller Bewunderung für seine Größe und Bedeutung. Ganz in der Nähe, auf einem felsigen Sporn, von tiefen Schluchten umgeben, thront die Festung von Bjni. Ihr genaues Gründungsdatum liegt im Dunkel, doch Quellen des frühen Mittelalters erwähnen sie bereits. Im 10. Jahrhundert erneuerten die Fürsten Pahlavuni die alten Mauern und machten sie zu einer der mächtigsten Burgen des mittelalterlichen Armeniens.
Eine Legende erzählt von einem geheimen unterirdischen Gang, der die Festung mit dem Kloster verband und durch den Nahrung und Wasser zu den Gefangenen gelangten. Archäologische Ausgrabungen brachten Überreste dieses Tunnels ans Licht und bestätigten den Mythos.
Heute ist Bjni nicht nur ein Denkmal, sondern ein lebendiges Geschichtsbuch: das Kloster als Hüter des armenischen Geistes, die Festung als Symbol der Stärke – vereint zu einem Zeugnis von Glauben und Standhaftigkeit, das noch immer im Tal widerhallt.
Eintritt:
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3.78 USD
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pro Person
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