In den Bergen von Vayots Dzor, umgeben von atemberaubenden Landschaften und Stille, erheben sich die Ruinen des Klosters Tanahat – ein Ort, an dem Geschichte und Natur zu einer erstaunlichen Einheit verschmelzen. Einst war es eines der bekanntesten Klöster der Region, und im 13.-14. Jahrhundert beherbergte es die Universität von Gladzor, die es in ein echtes Zentrum von Wissenschaft und Bildung verwandelte.
Man stelle sich das Leben vor, das hier einst pulsierte: Gelehrte hielten Vorlesungen über Philosophie und Theologie, Studenten kopierten Handschriften und verfassten neue Werke. An der Universität bestand auch eine Malschule, in der Meister die armenische Miniaturkunst weiterentwickelten, indem sie alte Traditionen mit frischen, kühnen Ideen bereicherten. Heute kann man beim Gang durch die Ruinen die Atmosphäre jener Zeit fast spüren – als ob die Stimmen von Lehrern und Studenten noch immer im Wind nachhallen. Die steinernen Überreste an den Berghängen hinterlassen einen tiefen Eindruck und laden zum Nachdenken über die Ewigkeit ein.
Hier wird die Vergangenheit lebendig und erinnert daran, dass Armenien über Jahrhunderte hinweg ein Land des Wissens, der Spiritualität und der Kunst war. Ein Besuch in Tanahat vermittelt jedem Reisenden das Gefühl, eine einzigartige Kultur zu berühren, die bis heute inspiriert.