Hoch in den Bergen, 3250 Meter über dem Meeresspiegel, eingebettet zwischen den felsigen Kämmen des Berges Aragats, liegt der Kari-See – ein kleines, doch faszinierendes Juwel der Hochgebirge. Sein Name, "Steinsee", beschreibt ihn treffend: Das klare, eiskalte Wasser spiegelt die strenge Schönheit der umliegenden Felsen, als hätte die Natur selbst einen Spiegel in Stein gemeißelt. Entstanden vor Jahrtausenden durch das Schmelzen von Gletschern, bewahrt der See auch im Sommer seine eisige Frische. Von hier öffnet sich ein Panorama, das den Atem raubt: das weite Ararat-Tal, das bis zum Horizont reicht, und die ferne Silhouette des legendären Berges Ararat.
An klaren Tagen schimmert der Kari in tiefen Saphirfarben, an windigen verwandeln Wellen ihn in ein lebendiges Mosaik aus Licht. Für Bergsteiger ist er sowohl Anziehungspunkt als auch idealer Lagerplatz vor dem Aufstieg auf den Aragats.
Die Morgenstunden empfangen Besucher mit frostiger Bergluft und kristalliner Stille, die nur vom Plätschern des Wassers und dem Wispern des Windes in den Steinen durchbrochen wird.
Einer Legende nach ruht in seinen Tiefen der Geist der Berge, der jene schützt, die mit Ehrfurcht die Höhen erklimmen. Der Kari-See ist mehr als nur ein See – er ist eine eigene Welt auf dem Dach Armeniens, wo Erde, Wasser und Himmel eins werden.