Im Herzen von Syunik, wo die Berge das Schweigen der Jahrhunderte bewahren, liegt eine der ältesten Siedlungen der Region – Aghitu. Im frühen Mittelalter spielte sie eine bedeutende Rolle im politischen, religiösen und militärischen Leben und wurde zu einem Knotenpunkt, an dem sich Schicksale und Traditionen verflochten. Berühmt wurde Aghitu vor allem durch ein einzigartiges Denkmal aus dem 6.-7. Jahrhundert, das bis heute mit seiner Monumentalität und meisterhaften Ausführung beeindruckt.
Die Steinskulpturen des Denkmals ähneln erstaunlich den Reliefs des Zvartnots-Tempels: feine Inschriften und Ornamente sind noch erkennbar und tragen den Atem jener Epoche. Es gilt als einer der seltensten erhaltenen Grabobeliske Armeniens und ist ein unschätzbares Kulturgut.
Bemerkenswert ist auch, dass gerade der Obelisk von Aghitu die Architekten bei der Gestaltung der Bögen des Glockenturms des Sardarapat-Memorials inspirierte – ein nationales Symbol von Erinnerung und Stärke. Einer Überlieferung zufolge wurde hier jenen die letzte Ruhe gewährt, die ihr Leben für den christlichen Glauben opferten, und jede Steinkante scheint von der Stille des Gebets durchdrungen zu sein.
Aghitu ist nicht nur ein Relikt der Vergangenheit, sondern ein lebendiges Band, das das frühmittelalterliche Armenien mit der Gegenwart verbindet – ein Zeugnis für die Standhaftigkeit eines Volkes, das seinen Glauben und seine Erinnerung über Jahrhunderte bewahrte.