Vor den Toren des alten Etchmiadzin, auf einem sonnenbeschienenen Hügel, erhebt sich die Kirche der Heiligen Hripsime – ein steinernes Denkmal für die Liebe zu Gott, stärker als Furcht oder Tod. Die Legende erzählt von der schönen Hripsime, deren Herz nicht den irdischen Leidenschaften, sondern ihrem Glauben gehörte. König Tiridates III., verzaubert von ihrer Schönheit, bot ihr seine Hand und seinen Thron an. Hripsime lehnte ab und wählte den Dienst an Christus. In seinem Zorn ließ der König sie grausam foltern und hinrichten, und der vom Blut getränkte Boden wurde heilig.
Im 7. Jahrhundert wurde hier eine Kirche errichtet, um ihr Andenken und ihre ewige Ruhe zu bewahren. Die massiven Steinmauern spiegeln die Pracht der armenischen Kreuzkuppelarchitektur wider, und ihre strenge Silhouette, schon von weitem sichtbar, scheint den Reisenden zu rufen. Im Inneren, unter dem Altar, ruhen die Reliquien der Märtyrerin, und jeder, der hier betet, spürt die Kraft ihres Geistes.
Ob Pilger oder zufälliger Besucher – jeder verlässt diesen Ort verändert, mit dem Gefühl, etwas Ewiges berührt zu haben. Heute, als UNESCO-Welterbestätte anerkannt, bleibt die Kirche der Heiligen Hripsime ein Leuchtturm des Glaubens und ein Symbol unerschütterlicher Hingabe an die Ideale, für die sie ihr Leben gab.