An den Hängen der malerischen Provinz Aragatsotn, im Dorf Ohanavan, erhebt Hovhannavank Kloster – ein uraltes Heiligtum, dessen Geschichte bis tief in die Jahrhunderte zurückreicht. Der Überlieferung nach entstanden die ersten Bauten bereits im 5. Jahrhundert, als der christliche Glaube in Armenien gerade begann, in Stein Gestalt anzunehmen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kloster mehrfach umgebaut und bewahrt bis heute die Spuren verschiedener Epochen und Wohltäter.
Die Hauptkirche entstand später, zwischen 1212 und 1221, auf Anordnung von Fürst Vache Vachutyan, einem einflussreichen Vertreter eines mächtigen Geschlechts. Sein Sohn Kurd Vachutyan führte das Werk fort und fügte eine Kapelle hinzu, wodurch das Klosterensemble seine Vollendung fand.
Von besonderem Wert ist das Relief über dem Eingang der Hauptkirche: Szenen aus dem Evangelium, meisterhaft in Stein gemeißelt, die durch ihre Ausdruckskraft und Kunstfertigkeit beeindrucken. Jede Linie scheint im Licht der untergehenden Sonne zu erwachen und verwandelt das Kloster in ein "Steinernes Buch", das die Seiten der Heiligen Schrift aufschlägt.
Heute bewahrt Hovhannavank nicht nur die Größe der Vergangenheit, sondern bleibt ein Ort geistiger Inspiration. Seine strengen Mauern und kunstvollen Reliefs laden dazu ein, die Ewigkeit zu berühren, wo Glaube und Stein eins werden.